Historie Die Entwicklungsgeschichte des Gleisplans beschreibt meine Gedanken und Versuche von der ersten Märklin-Startpackung mit großem C-Gleis-System über den Erwerb diverser Züge und Software bis hin zur Fertigstellung meiner ersten digital gesteuerten Modellbahn.

Nach kurzen Überlegungen habe ich mich für das C-Gleis-System der Firma Märklin entschieden und mit dem digitalen Start-Set begonnen. Da dieses aber nur den Aufbau eines Ovals mit einem Ausweichgleis erlaubt, folgten gleich die Ergänzungspackungen C3 und C4. Durch den Kauf von vier Bogenweichen und weiterer Gleise entstanden schließlich drei miteinander verbundene Ovale, wobei die geschickte Anordnung der Bogenweichen im linken und rechten unteren Drittel den Wechsel der Züge von innen nach außen und umgekehrt ermöglichte. Dabei erfolgte die Stellung der Weichen noch per Hand. Um einen gemeinsamen Sprachgebrauch für die kommende Dokumentation zu finden, wollen wir uns darauf einigen, dass die Numerierung der Gleisstrecken und Ovale stehts von der Mitte der Anlage ausgehend von innen nach außen in römischen Ziffern erfolgen soll.

Durch den Erwerb weiterer Lokomotiven und Wägen bestimmt, reichte der Platz zur Abstellung der Zuggarnituren nicht mehr aus. Aus diesem Grund mussten zusätzliche Abstellgleise in Oval II und III geschaffen werden. Da die Bedienung der Weichen per Hand jetzt zu aufwändig wurde, wurden die mittlerweile 16 Weichen mit elektrischem Antrieb ausgestattet und können fortan über das Keyboard gesteuert werden. Es soll hierbei nicht verschwiegen werden, dass beim Wechsel der Züge von innen nach außen der Kombination aus den Rundweichen besondere Beobachtung zu schenken ist.

Da auf den beiden oberen Ausweichgleisen der Ausbaustufe eins nur kurze Züge stehen können, wurden die vier oberen Weichen durch jene Bogenweichen ersetzt, welche den Übergang zwischen Oval II und III bildeten. Dieser wird fortan unten durch die übriggewordenen geraden Weichen zwischen den Gleistrassen II und III gebildet. Auf einer Fläche von rund 3 m mal 2 m ruht schließlich der Gleisplan der zweiten Ausbaustufe, welcher durch den Einsatz von fünf Zügen bereits einen recht abwechslungsreichen ersten Spielbetrieb ermöglicht. Dabei werden Lokomotiven der Epochen II, III, IV und V eingesetzt.

In Ausbaustufe zwei standen die Zuggarnituren stets weit weg vom Betrachter und konnten somit nicht aus unmittelbarer Nähe betrachtet werden. Die Lösung dieser Aufgabe war relativ einfach: eine Drehung der Anlage um 180 Grad. Nachdem weitere Weichen und Gleise verlegt und zusätzliche Schienen eingebaut wurden, entstand somit am unteren Bildende ein recht imposanter Bahnhof, in welchem auch lange Züge einen geeigneten Halteplatz fanden. Damit konnten jetzt erstmals die bereits vorhandenen sieben kompletten Zuggarnituren parallel nebeneinander angeschaut werden.

Die Anschaffung der Gleisplanungssoftware wintrack von Modellplan sollte im Folgenden helfen, die Unzulänglichkeiten der Ausbaustufe drei zu beseitigen und den Fehlkauf von Gleisen und Weichen zu vermeiden. Eines der Hauptprobleme war, den Parallelgleisabstand im Bahnhof einzuhalten. Dieser wurde nun auf das korrekte Maß von 77,5 mm gebracht. Außerdem wurde noch eine Überholgleis im Oval I eingebaut. Ein weiteres Oval wird über zusätzliche Weichen am linken und rechten Rand der Anlage mit dem bereits vorhandenen Streckenbau verbunden. Damit ist jetzt die gleichzeitige Fahrt von vier kompletten Zuggarnituren möglich. Auf den neu hinzugekommenen Abstellgleisen finden bereits geplante weitere Züge ihren Platz.

Da ich im oberen Drittel der Anlage zwei weitere lange Überholgleise für das zweite und dritte Oval schaffen wollte, verwendete ich die bislang für die Wechsel von Oval I nach II eingesetzten Rundweichen und erreichte damit, dass auch sehr lange Züge auf den von oben numerierten Gleisen III und VI kurzfristig abgestellt werden konnten. Der Übergang von Oval I nach II wurde an die Seiten verlegt, so dass ein Wechsel von Oval I über II nach III mit kurzer Fahrstrecke möglich war. Da ferner im Inneren der Anlage gähnende Leere herrschte, habe ich mich entschlossen, Oval I mit einem Umfahrgleis auszustatten und von der Mitte heraus eine Verbindung mit der rechten Vertikalen zu schaffen. Somit entstand links oben ein kleiner Nebenbahnhof. Das Abstellgleis rechts daneben füllt den Raum sinnvoll aus. Das ganz rechts gelegene Abstellgleis wanderte nach links und wurde mit dem Abstellgleis rechts unten verbunden. Dieses dient ab sofort als Programmierstrecke für die zwischenzeitlich angeschaffte Intellibox von Uhlenbrock. Ein weiteres Abstellgleis ganz unten beherbergt eine neue Zuggarnitur.

Da immer mehr Lokomotiven erworben wurden, war es notwendig geworden, weitere Abstellgleise aufzubauen. Der Gleisplan aus Ausbaustufe fünf ließ es jedoch nicht mehr zu, weiter in die Mitte zu gehen. Dort war zum einen kein Platz für lange Züge und zum anderen fand ich es optisch nicht ansprechend. Also blieb nur der Ausweg, links unten anzustückeln. Glücklicherweise bot mein Dachboden den Raum für diese Erweiterung. Hinzu kamen sechs Abstellgleise, von denen das rechte als langes Programmiergleis für die Intellibox dienen sollte. Ferner wurde erstmals darüber nachgedacht, Lokomotiven zu drehen. Durch den geschickten Einsatz der Weichen links unten war es jetzt schon möglich, die Züge zu wenden, wenn auch noch sehr umständlich: Es musste rangiert werden.

Dies änderte sich schlagartig mit der Ausbaustufe sieben. Dieses kleine Oval, in dessen Mitte zur sinnvollen Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes, Abstellgleise errichtet wurden, bietet jetzt die Möglichkeit, auf einfache Art und Weise jeden Zug aus dem äußersten Oval zu drehen. Damit kann durch die Verbindung der Ovale untereinander jeder Zug gedreht werden. Es gibt noch eine weitere, ganz wesentliche Neuerung: Damit später einmal die Züge vollautomatisch gesteuert werden können, wurde ein PC aufgestellt und in die Software Softlok zusammen mit der nötigen ISA-Karte und den passenden Optokopplern investiert. Die Gleisbesetzt-Impulse liefern Kontaktgleise an die Optokoppler und so konnte erstmal am Monitor nachvollzogen werden, ob ein Zug auf einem Gleis steht oder nicht. Die Weichen wurden von nun an nicht mehr über die Keyboards gesteuert, sondern ganz einfach per Mausklick. Einen kleinen Einblick in die Software sehen Sie bei der digitalen Steuerung.

Durch den Kauf langer Züge war ich in dieser Ausbaustufe gezwungen, die Anlage in ihrer Breite zu vergrößern. Eine weitere, ganz entscheidende Neuerung hielt Einzug, als ich die Dreiwegweiche im linken unteren Drittel der Ausbaustufe sieben ersetzen wollte. Dies führte mich zu einer ganz neuen Möglichkeit, die Züge zu wenden. Zum Einsatz kommen jetzt zwei Doppelkreuzungsweichen, die - über einen Kreis mit einander verbunden - diese Aufgabe erledigen. Zwar hätte auch ein Oval gereicht, doch bot sich der Platz an, gleich deren drei aufzubauen und somit zwei weitere Überholspuren zu schaffen. Der restliche Raum wird von Abstellgleisen genutzt. Ein zusätzlicher Rangierbereich wurde in der Mitte der Anlage aufgebaut. Durch weitere Kontaktgleise wurde die Anlage zum einen nochmals breiter. Auf der anderen Seite reichten die Anschlüsse des Optokopplers nicht mehr aus, weshalb ein weiterer angeschafft werden musste. Dies zwang mich zu einer Restrukturierung der Verkabelung der Kontaktgleise und Weichen. Insbesondere die Kabel zu den Kontaktstellen sollten nicht wild im Raum herumliegen, sondern ihre Nähe zu den Platinen finden. Des weiteren erwies sich der Verzicht auf Rückmelder nach der Bauart der Readkontakte und dafür die Anschaffung der entsprechenden Märklinschienen als eine vorausschauende Investition. Letztere können ja beliebig verlegt werden.

Die Steuerung der Weichen über Softlok brachte nun ein entscheidendes Manko der Anlage zum Vorschein. Der Wechsel eines Zuges von Oval I nach Oval IV benötigte zwei Rundfahrten und blockierte andere Züge auf ihrem Weg. Durch einen einfachen Trick konnte die Fahrtzeit halbiert werden. Es wurden die Weichen zwischen Oval III und IV getauscht. Die Abstellgleise im und um den unteren Abstellbahnhof wurden verlängert. Außerdem wurde noch das ganz linke Abstellgleis zu einem Überholgleis. Dort steht mein längster Zug, der Riviera-Express, der nun nicht mehr rückwärts geparkt werden muss, sondern ein- und ausfahren kann.