konventionell vs. digital konventionelle vs. digitale Modellbahnanlage
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- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 10. März 2012 17:24
Die Unterschiede zwischen einer konventionellen und digitalen Modelleisenbahn wollen wir am Mittelleiter-Wechselstromsystem (z.B. Märklin) erklären.
konventionelle Modellbahnanlage
Bei konventionellen Modelleisenbahnen bilden Transformator und Fahrregler eine Einheit. Eine Drehung am Fahrregler bewirkt, dass ein Schleifer eine bestimmte Wechselspannung abgreift. Diese liegt zwischen 0 und 16 Volt und wird direkt ans Gleis abgegeben. Die Spannung nehmen die Lokomotiven über den Schleifer auf und der Motor dreht sich entsprechend langsamer oder schneller, genauer gesagt: alle Loks fahren gleich langsam oder gleich schnell. Deshalb brennt auch das Licht an der Lokomotive nicht immer gleich hell und geht im Stand aus.
Sollen mehrere Züge auf der Anlage unterschiedlich bewegt werden, muss diese in mehrere Stromkreise aufgeteilt werden. Dazu werden an den Schnittstellen als erstes die Mittelleiter isoliert und damit elektrisch voneinander getrennt. Als nächstes wird jeder Stromkreis über ein separates Anschlussgleis mit einem eigenen Trafo verbunden.
Wo machen Stromkreise Sinn? Beispielhaft seien Nebenstrecken, geschlossene Streckenabschnitte, Bahnhofsbereiche und Bahnbetriebswerke genannt.
digitale Modellbahnanlage
Bei einer digitalen Modelleisenbahn liegt überall am Gleis die gleiche Wechselspannung an. Diese wird von der Zentraleinheit erzeugt, mit digitalen Signalen überlagert und an die Anschlussgarnitur der Schienen abgegeben.
Eine digitale Lokomotive hat einen Decoder (elektronischer Baustein) eingebaut, dem eine eindeutige Adresse zugeordnet ist (bei Märklin eine Zahl zwischen 1 und 80). Dieser Code kann entweder nach Öffnen der Lok mit Dip-Schaltern eingestellt werden oder er wird bei bestimmten Lokdecodern mit der Intellibox direkt, d.h. ohne Abschrauben des Gehäuses programmiert.
Soll eine Lokomotive ihre Geschwindigkeit ändern, wird diese durch Eintippen ihrer Adresse auf der Central Unit aufgerufen und es wird am Fahrregler gedreht. Dessen Stellung ist ein analoges Signal, welches von der Zentraleinheit in einen Zahlencode von 0 bis 14 umgewandelt wird. Zusammen mit der Lokadresse ergibt sich ein digitales Signal, eine Folge von Nullen und Einsen, das anschließend auf den Bahnstrom gegeben wird. Der Lokdecoder schaut sich das digitale Signal an und prüft, ob er gemeint ist, d.h. ob die gesendete Adresse mit seiner eingestellten übereinstimmt. Dann liest er die Geschwindigkeit aus und steuert damit die Gleichspannung des Motors. Auf diese Weise können auch Sonderfunktionen der Lok aufgerufen werden (Sound, Licht, Rauch usw.). Die Informationen bleiben solange im internen Speicher des Lokdecoders, bis sie geändert werden.
Wird also an der Central Unit eine zweite Lok aufgerufen, fährt die erste mit den gespeicherten Werten weiter. Es gibt echten Mehrzugbetrieb: mit einer Lok wird rangiert, mit der anderen rückwärts gefahren und mit der dritten vorwärts beschleunigt. Natürlich brennt im Gegensatz zur konventionellen Modellbahnanlage auch das eingeschaltete Spitzensignal einer stehenden Lok.






