Eine Erfahrung der Spielbahn hat gezeigt, dass die Ausgangsspannung nicht mehr ausreicht, wenn viele Züge auf der Anlage in Bewegung sind. Gerade bei mehreren beleuchteten Personenwagen und viel Verkehr auf der Bahn kann eine langsam fahrende Lok unvermittelt auf der Strecke stehen bleiben.

Deswegen wurde die Modelleisenbahn in mehrere Stromkreise aufgeteilt, zu sehen an den unterschiedlichen Farben im Gleisplan.

An der Haushaltsnetzspannung hängt zunächst ein Transformator, der die 230 Volt Wechselstrom auf 16 Volt Wechselstrom für die Intellibox umwandelt:

  • Sie generiert die digitalen Signale.
  • Sie hat zwei Drehregler, um gleichzeitig zwei Lokomotiven unabhängig von einander zu steuern.
  • Sie dient als Interface, das seriell an den Computer angeschlossen ist.
  • Mit ihr können Lok-Decoder programmiert werden.

Um nicht jedem Stromkreis einen separaten Transformator und Booster spendieren zu müssen, wurde zwischen Zentraleinheit und Schiene eine POWER-10 von Softlok gehängt. Diese hat bereits den Trafo eingebaut, liefert eine einstellbare, fast stabile Ausgangsspannung und mit ihr lassen sich fünf Stromkreise realisieren. Übergangsfahrten von einem Stromkreis zu einem anderen verlaufen ohne Ruckeln und Probleme. Dabei wird jeder Stromkreis über eine eigene Ringleitung mit Bahnstrom versorgt. In Abständen von ein bis zwei Metern wird abgegriffen und sowohl Bahnstrom (rot) als auch Masse (braun) werden an die Schiene gelegt.

Modelleisenbahn - Booster
Bild: Booster

Eine weitere Intellibox bildet das zweite Digitalsystem der Anlage:

  • Sie versorgt eine zusätzliche POWER-10 mit Digitalstrom.
  • Mit ihr können die Weichen und Signale gestellt werden.
  • Sie dient als zweites Interface, das ebenfalls seriell an den Computer angeschlossen ist.

Diese POWER-10 ist für die Signale, Weichendecoder und Beleuchtung der Weichenlaternen zuständig. Um auch dem Stromverbrauch der 19 Signale Rechnung zu tragen, wurden diese in drei Stromkreisen zusammengefasst. Die insgesamt fünf Stromkreise sind wieder als eigenständige Ringleitungen realisiert.

Als Weichendecoder werden die original Märklindecoder k 83 verwendet. Sie schalten die mit elektrischen Doppelspulenantrieben ausgestatteten Weichen.

Im Bereich der Bahnhofsein- und -ausfahrten kommen die neuen Märklin Lichtsignale zum Einsatz. Erstens sehen sie vorbild- und maßstabsgerecht aus, zweitens verschwindet die gesamte Verkabelung unsichtbar unter der Platte und drittens werden keine weiteren Decoder benötigt.

Zwar können mit der Intellibox die Weichen und Signale geschaltet werden, doch die Übersicht leidet sehr. Hier versehen meine drei alten Märklin Keyboards 6040 noch mal hervorragende Dienste. Diese Stellpulte werden links an der Intellibox angeschlossen und steuern jeweils maximal 16 Magnetartikel; genauer gesagt verwende ich sie nur für die Signale.

Gleisbesetztmeldung

Die Märklin Kontaktgleise 24995 werden zur Gleisbesetztmeldung über die Radsätze verwendet. Zwar gibt es andere Alternativen, genannt seien Lichtschranken, welche keiner Beeinträchtigung der Stromübertragung Rad-Schiene (z.B. durch Schmutz oder Gummiabrieb) unterliegen, doch hätte ich in diesem Fall in die Schiene bohren müssen.

Modelleisenbahn - Optokoppler
Bild: Optokoppler

Der „spannungsfreie“ Abschnitt der Kontaktgleise wird anschließend mit einer Optokopplerkarte OPTO-48 von Softlok verbunden. Diese kann max. 48 Gleiskontakte aufnehmen und ist nötig, damit die nachgeschaltete PC-I/O-Karte nicht durch Spannungsspitzen zerstört wird. Unter der Modelleisenbahn sind je drei OPTO-48 und eine OPTO-24 angeschraubt, welche über Flachbandkabel die Rückmeldungen an die ISA-Karte im Computer liefern.

Der Rechner selber ist ein DOS-PC mit einem freien ISA-Bus, auf welchem nur das Programm Softlok läuft. Letzteres erkennt die Gleisbesetztmeldungen und über die Gleisbilder können Weichen, Signale und ganze Fahrstraßen geschaltet werden.

Beleuchtung

Für die spätere Beleuchtung der Häuser wurden bei Tams zwei MM-kompatible Decoder SD1 angeschafft und ins zweite Digitalsystem integriert. Die beiden Bausteine werden durch eigene Trafos mit Strom versorgt und liefern an jedem ihrer vier Schaltausgänge max. 1.000 mA zur Versorgung der Verbraucher.

Aktuell wird nur der Bereich des Schattenbahnhofs mit normalen Modelleisenbahn-Glühlampen beleuchtet. Da allerdings auch dies digital aufgebaut ist, kann sowohl mit den Keyboards als auch mit Softlok das Licht ein- und ausgeschaltet werden.