Pferdeeisenbahn Budweis-Linz
Bild 1: gemeinfrei

Da es in Böhmen keine natürlichen Salzvorkommen gab, musste das lebenswichtige Salz aus dem entfernt gelegenen Salzkammergut herbeigeschafft werden. Infolge dessen gab es schon lange Zeit Überlegungen, wie man die Moldau mit der Donau verbinden kann. Da ein Kanal aufgrund der vielen Schleusen zu teuer war und sehr große Höhenunterschiede zu überwinden waren, fiel die Entscheidung auf eine von Pferden und nicht von Lokomotiven gezogene Eisenbahn der Spurweite 1106 mm. So verwundert es auch nicht, dass zur Gewichtseinsparung die Güterwagen samt ihrer Räder aus Holz gefertigt wurden.

1825 war Spatenstich für die eingleisige Pferdeeisenbahn zwischen Budweis und Linz-Urfahr. Die Eröffnung der 128,85 km langen Strecke fand am 1.8.1832 statt.

1834 wurde mit dem Bau der 67,93 km langen Erweiterung von Linz nach Gmunden begonnen. Die Fertigstellung erfolgte 1836.

Beide Bauprojekte wurden von einer Aktiengesellschaft, der kaiserlich-königlich privilegierten Ersten Eisenbahngesellschaft finanziert.

Da bereits 1835 die Verbindung zwischen dem links der Donau gelegenen Urfahr und Linz (rechts der Donau) über eine hölzerne Donaubrücke geschlossen wurde, konnte 1836 der Verkehr zwischen Gmunden und Budweis aufgenommen werden. Zwar war die Strecke primär für den Transport von Gütern (Salz) nach Budweis (Böhmen) konzipiert, doch erfreute sie sich später auch regen Personenverkehrs.

Karte der Pferdeeisenbahn von Budweis über Linz nach Gmunden
Bild 2: public domain

Aufgrund der schwierigen geografischen Lage konnte die bestehende Verbindung zwischen Budweis und Linz nicht auf Dampfbetrieb umgerüstet werden und wurde am 15.12.1872 mit dem letzten Pferdeeisenbahnzug eingestellt. Anders erging es der Route von Linz nach Gmunden, welche ab 1854 von Dampflokomotiven befahren wurde. Damit war eine der ersten dampfbetriebenen Schmalspurbahnen in Europa geboren.

In Kerschbaum (Gemeinde Rainbach im Mühlkreis) – dem höchstgelegen Punkt auf der Strecke zwischen Budweis und Linz – befand sich auch die erste Bahnhofsgaststätte Europas. Diese Räumlichkeiten dienen heute wieder als Restaurant und in den ehemaligen Gewölbestallungen des Bahnhofs wurde das Pferdeeisenbahn-Museum untergebracht. Ferner finden seit 1996 Nostalgiefahrten auf einer revitalisierten, 500 m langen Teilstrecke statt und erinnern an die erste Eisenbahnlinie auf dem Europäischen Festland. Sie war damals mit knapp 197 km auch die längste Eisenbahnstrecke der Welt.

Literatur:

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